Europäisches Bier-Tasting

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Wie wär‘s mit einem Schluck Europa? Die Hochschulgruppe Visionen für Europa möchte am Mittwoch, 17.01.2018, um 20:30 Uhr zu einem gemütlichen Abend mit europäischem Bier-Tasting einladen. Die Verkostung findet statt im Getränkefeinkost Münster in der Steinfurter Str. 9, 48145 Münster. Beim Bier-Tasting werdet ihr Interessantes und Wissenswertes über den Geschmack und Färbung des Bieres, über die Braukunst und die jeweiligen Bierstile sowie über die Traditionen der Brauereien erfahren.

Der Teilnahmebeitrag liegt bei 10€ für fünf europäische Biere, dazu werden zur Verkostung etwas Brot und Tafelwasser gereicht. Auf Wunsch können am Abend für jeweils 2€ weitere Biere probiert werden. Außerdem besteht am Ende die Möglichkeit, das am Abend gefundene Lieblingsbier selbst auf Vorrat mitzunehmen.

Verbindliche Anmeldung mit Name sowie Geburtsdatum ist bis zum 22.12.2017 möglich über visionenfuereuropa@outlook.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wie an der Bar so gilt auch bei der Anmeldung: first come first served!

Wir freuen uns auf Euch!

Link zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1312806128865289/

Europäischer Kaminabend: Überraschungsfilm

Die Hochschulgruppe startet mit einer neuen, lose stattfindenden Reihe in das Wintersemester: #EuropäischerKaminabend. Den Auftrakt macht am 23.10. ein Abend mit einem Überraschungsfilm. Seid gespannt!

Wir möchten am 23.10.2017 um 18:00 Uhr mit Euch einen Film zu einem europäischen Thema anschauen. Danach lassen wir den Abend gemütlich ausklingen, für Getränke wird gesorgt sein. Der Filmabend findet statt in Raum ULB1, im Zentralgebäude der Universitäts- und Landesbibliothek, Krummer Timpen 3, 48143 Münster. Link zur Veranstaltung bei Facebook: https://de-de.facebook.com/events/142908122993696

Wir freuen uns auf Euch!

Unsere Treffen im WS 2017/2018

Wir freuen uns auf das Wintersemester mit vielen neuen Projekten und Ideen. Unsere Hochschulgruppe trifft sich im WS 2017/2018 immer montags um 18ct Uhr, also 18:15 Uhr.

Unsere beiden Einsteigertreffen finden am Mo. 09.10. und am Mo. 16.10. jeweils um 18:15 Uhr im Café Herr Sonnenschein (Königsstraße 43, 48143 Münster) statt. Interessierte können gerne vorbeikommen und die Hochschulgruppe und ihre Arbeit kennenlernen.

Am 23.10. laden wir zu unserer ersten Veranstaltung ein: https://de-de.facebook.com/events/142908122993696

Da das Treffen aufgrund des Brückentages am 30.10.2017 ausfällt, finden unsere regulären Treffen ab dem 06.11.2017 jeden Monatg um 18ct im Café Milagro in der KSHG, Frauenstraße 3-6, 48143 Münster, statt. Wir sehen uns!

Interaktive Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl 2017 #btw17

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Eine Woche vor der Bundestagswahl veranstatet die JEF Münster mit Unterstützung von Visionen für Europa und Pulse of Europe Münster am Sonntag, 17.09.2017, um 19:00 Uhr eine interaktive Podiumsdiskussion mit den Münsteraner Bundestagskandidatinnen und Bundestagskandidaten. Stattfinden wird die Veranstaltung in der Aula der KSHG Münster, Frauenstraße 3-6, 48143 Münster.

Während der interaktiven Podiumsdiskussion können Sie und könnt ihr aktiv mitwirken und über bestimmte zentrale europapolitische Positionen und Themen abstimmen. Und die Münsteraner Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich den Fragen und beziehen Position. An der Veranstaltung teilnehmen werden: Sybille Benning (CDU), Robert von Olberg (SPD), Maria Klein-Schmeink (Grüne), Jörg Berens (FDP) und Hubertus Zdebel (Linke).

Wir freuen uns auf Ihren und Euren Besuch!

Studienreise-Bericht: Budapest 2017

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Auf unserer Studienreise Ende Juni 2017 nach Budapest besuchten wir verschiedene Institutionen sowie Akteure vor Ort und nahmen – neben privaten Erkundungen der Stadt – an einer Free-Walking-Tour sowie einer Führung durch das ungarische Parlament teil.

Wir sprachen über die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Europäischen Union, das Verhältnis zu Russland, die aktuellen Debatten und Konflikte um das Gesetz für aus dem Ausland unterstützte NGOs sowie über das neue ungarische Hochschulgesetz, das im Zusammenhang mit der „Central European University“ von George Soros international mit kritischer Medienberichterstattung begleitet wurde.

Einige weitere wesentliche Eindrücke unserer Studienreise über das Land und seine politischen Verhältnisse haben wir im Folgenden zusammengestellt.

Während der Zeit der Zugehörigkeit Ungarns zum sowjetisch geführten Ostblock war die Bewahrung der eigenen nationalen Identität und ein starker Nationalstaat die Grundlage für erfolgreiche Entwicklung und gewisse Selbstbestimmung und Autonomie. Kompetenzabgaben und Vergemeinschaftungen sind historisch häufig mit negativen Folgen für das Land verbunden gewesen. Diese Erfahrungen aus der Zeit der Sowjetunion prägen noch heute immer wieder die Grundhaltung von Teilen der Bevölkerung und vieler Politiker.

In den politischen Debatten in Ungarn dominierte in der jüngeren Vergangenheit die Migrations- und Flüchtlingskrise. Und gerade in diesem Zusammenhang wurden und werden zentrale Fragen nationaler Souveränität und Identität angesprochen. Besonders den Teil der Bevölkerung, der nicht zu den über 1,7 Mio. Bewohnern der Hauptstadt Budapest zählt, beschäftigt diese Frage. Hier zeigt sich auch der starke Gegensatz zwischen der ländlichen Bevölkerung und den Einwohnern der mit weitem Abstand größten Stadt Ungarns (insgesamt besitzt Ungarn knapp 10 Mio. Einwohner). Ungarns Regierungschef Viktor Orbán stellte sich dabei immer wieder als Bewahrer der ungarischen Bevölkerung dar, während sich Brüssel von den Menschen vor Ort und ihren Bedürfnissen entfernt hätte.

Für die Vermittlung der Politik nehmen Medien, wie in jedem größeren Staat, eine entscheidende Rolle ein. Die Presse- und Medienlandschaft Ungarns ist ohne die Einbeziehung der Vergangenheit jedoch kaum zu verstehen. Die klassische Mediennutzung bewegt sich eher auf geringem Niveau. Viele Zeitungen und Fernsehnachrichten haben auch nach mehr als 25 Jahren unter nichtsowjetischer Herrschaft noch Probleme, in der Bevölkerung als unabhängig und überparteilich wahrgenommen zu werden; der staatliche Fernsehsender berichtet ganz überwiegend regierungsfreundlich. Eine immer stärkere Nachfrage erfahren daher Onlinemedien und Blogs, die als innovativer und unabhängiger angesehen werden und vor allem auch jüngere Menschen besser ansprechen. Positiv ist für diese Entwicklung das im europäischen Vergleich besonders gut ausgestattete Breitbandnetz des Landes.

Auch bei der Struktur des politischen Spektrums spielt die Vergangenheit des Landes eine erhebliche Rolle. Die sozialistische Politik und Ideologie während der Zeit der Ostblock-Zugehörigkeit wurde nie systematisch aufgearbeitet und vielfach verdrängt. Resultat dieser fehlenden Aufarbeitung ist ein außerordentlich stark polarisiertes Parteiensystem, in dem „Maß und Mitte praktisch nicht vertreten sind“, wie uns ein Gesprächspartner sagte.

Auf der einen Seite ist die Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán, Fidesz, die einen starken Nationalismus vertritt und damit nach derzeitigen Umfragen auch bei der nächsten Wahl zur Ungarischen Nationalversammlung im April 2018 mit einer deutlichen Mehrheit rechnen kann. Zweitstärkste Kraft würde aktuell die rechtsextreme Jobbik werden, die gerade eine Wandlung zu einer Volkspartei vollziehen möchte und dafür beispielsweise Personen mit radikaler politischer Ausrichtung aus der engen Parteiführung und von Spitzenpositionen zu verdrängen versucht.

Auf der anderen Seite ist die sozialdemokratische MSZP sowie mehrere kleine linke Splitterparteien, die als Opposition der Orbán-Regierung wenig entgegenzusetzen haben und derzeit kaum eine schlagkräftige Alternative zur Regierung darstellen. Alle unsere Gesprächspartner sahen eine Veränderung dieser Situation auch in den nächsten Jahren als sehr unwahrscheinlich an.

Verkaufsstart der Studienreise nach Budapest

Visionen für Europa organisiert neben der jährlichen Brüsselreise jeden Sommer eine weitere Studienreise. Dieses Mal ist unser Ziel die ungarische Hauptstadt: Budapest! Die Reise wird von Montag bis Donnerstag, 26.06.-29.06.2017 stattfinden. Geplant ist ein Besuch beim ungarischen Parlament sowie Diskussionen mit einer lokalen NGO/proeuropäischen Gruppe und Mitarbeitern deutscher Stiftungen über die aktuelle Lage in Ungarn und ihre Entwicklung. Und natürlich besteht die Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Der Preis beläuft sich auf 190 Euro, darin enthalten sind Hin- sowie Rückflug, Flughafentransfer und drei Übernachtungen im Hostel.

Bitte beachtet, dass die Teilnehmerzahl der Reise begrenzt ist, eine sehr zeitnahe Anmeldung wird daher empfohlen (Anmeldebeginn war Sa., 20.05.2017). Wir benötigen von Euch bitte Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Nationalität, Personalausweisnummer und Adresse bei der Anmeldung, eine Mobilenummer ist in den meisten Fällen sehr hilfreich; Teilnehmer*innen müssen zum Zeitpunkt der Reise eingeschriebene Studierende an einer deutschen Universität oder Fachhochschule sein. Nach der verbindlichen Anmeldung per Mail an visionenfuereuropa@outlook.de bekommt ihr eine Antwort von uns sowie die Kontaktdaten für die Überweisung des Reisebetrags.

Wir freuen uns auf die Studienreise mit Euch!

Von Agrarpolitik bis zu belgischen Waffeln – die Studienreise Brüssel 2017

DSC_0312-Die Studienreise in die europäische Hauptstadt stand 2017 unter dem Oberthema Agrarpolitik und Nachhaltigkeit. Vom 3. bis 5. Mai ging es für 30 interessierte Studierende nach Brüssel, die europäische Politik sowie die belgische Stadt kennenzulernen.

Beim Besuch der Europäischen Kommission gab es zunächst zwei einführende Vorträge zur Arbeitsweise des Juncker-Kabinetts sowie zur Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik, bevor die Studierenden mit einem Vertreter der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Agrarbereich für die EU diskutierten.

Im Sitzungssaal mit seinen Simultandolmetscher-Kabinen entwickelte sich eine spannende und teils kontroverse Diskussion. Wie gewährleistet die EU einerseits eine sichere Lebensmittelversorgung für rund 490 Mio. EU-Bürger und unterstützt etwa 14 Mio. landwirtschaftliche Betriebe in der Europäischen Union? Und wie können andererseits Nachhaltigkeit und ökologischer Ressourceneinsatz sichergestellt sowie ein fairer Umgang im Handel von Agrarerzeugnissen mit Staaten außerhalb der EU, insbesondere mit Afrika, gefunden werden? Neben Fragen zur Handelspolitik speziell im Agrarbereich wurden dann auch die Investitionen in Infrastruktur im ländlichen Raum innerhalb der Europäischen Union angesprochen.

Bei der durchschnittlichen Dauer eines Gesetzgebungsverfahrens auf europäischer Ebene von etwa fünf Jahren wurde zudem die Komplexität der EU-Politik mit mehreren Konsultations- und Aushandlungsphasen deutlich. Beim Besuch von Demeter, einer NGO aus dem Bereich der ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft, sowie der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union wurde die Rolle der Interessenorganisationen anschaulich beleuchtet.

Eine weitere Perspektive bekamen die Studierenden im Europäischen Parlament, wo neben der Besichtigung des Plenarsaals ein intensiver Austausch mit einer EU-Abgeordneten aus dem Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung auf dem Programm stand. Im Gespräch mit der Abgeordneten rückten insbesondere die – je nach ansässiger Region und Größe – des Betriebs unterschiedlich gelagerten Interessen der Bauern in den Fokus der Diskussion.

Nach den Gesprächen in den Institutionen blieb natürlich auch genügend Zeit zur Erkundung der Stadt, u.a. bei einer Stadtführung und einem gemeinsamen Restaurant-Besuch.

Europa-Workshop am Dienstag 9. Mai 2017

Workshop_9Mai2017_HoempageIn vielen Ländern Europas können (rechts-)populistische und anti-europäische Parolen und Positionen einen immer größer werdenden Einfluss verzeichnen und radikale und populistische Parteien Stimmenzuwächse bei Wahlen für sich verbuchen. Die Abstimmung über den Brexit im Sommer letzten Jahres sowie die Präsidentenwahlen in Frankreich, bei der Marine Le Pen vom Front National im ersten Wahlgang ihr bisher bestes Ergebnis in der Geschichte erzielte, sind nur zwei prominente Beispiele.

Die Hochschulgruppe Visionen für Europa möchte dieses aktuelle Thema in einem Workshop „Strategien gegen (Rechts-)Populismus und Nationalismus in Europa“ vertiefen und dabei insbesondere einen Fokus auf Argumentationsstrategien gegen (rechts-)populistische und anti-europäische Aussagen legen.

Anlässlich des Europatages 2017 am Dienstag, 09. Mai, veranstaltet die Hochschulgruppe Visionen für Europa den Student*innen sowie interessierten Bürger*innen einen Workshop mit dem Politikwissenschaftler und Mediator Pierre Klapp, in dem der Umgang mit (rechts-)populistischen Aussagen diskutieren werden soll.

Die Veranstaltung findet von 17 bis 19 Uhr im Schloss, Raum S 062, in Münster statt. Dabei soll erläutert werden, wie populistische Diskurse erkannt und dekonstruiert werden und Argumentationsstrategien gegen diese Aussagen aufgebaut werden können.

Pierre Klapp ist Politikwissenschaftler und Mediator und schloss 2013 sein Studium der Politikwissenschaft mit seiner Diplomarbeit über rechtspopulistische Bewegungen an der Universität zu Köln ab. Er gibt regelmäßig Seminare, Workshops und Fortbildungen in der Jugend- und Erwachsenenbildung zum Thema Rechtspopulismus, u.a. für die Landeszentrale für politische Bildung NRW und die Junge Islam Konferenz NRW sowie verschiedene regionale Träger in der politischen Bildungsarbeit.

Wir freuen uns auf Dich!

Aus organisatorischen Gründen bitte wir für die Teilnahme an dem Workshop um eine formlose und kostenfreie Anmeldung vorab unter: visionenfuereuropa@outlook.de. Die Teilnehmer*innenanzahl ist begrenzt auf 18 Personen.

Wer zieht in den Élysée-Palast?

Diskussionsrunde zur Präsidentenwahl in Frankreich am Dienstag, 02. Mai 2017, 18:00 Uhr im Hörsaal SCH 2 im Institut für Politikwissenschaft. Wir freuen uns auf viele Interessierte!

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Nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am vergangenen Sonntag wartet Europa gespannt auf das Ergebnis der Stichwahl am 7. Mai.

Im Vorfeld des zweiten Wahlgangs veranstaltet der Förderverein IfPol Münster in Kooperation mit Visionen für Europa eine Diskussionsrunde zum Ergebnis der ersten Runde und wagt einen Ausblick auf die bevorstehende Stichwahl.

Wir von Visionen für Europa eröffnen den Abend mit einem kurzen Überblick über Funktionen des Präsidenten im politischen System Frankreichs und gehen auf das Ergebnis des ersten Wahlgangs der französischen Präsidentenwahlen ein.

Anschließend folgt Prof. Dr. Wichard Woyke, Emeritus des IfPol und Experte für die deutsch-französischen Beziehungen, mit einer Analyse der Wahlauswirkungen auf die französische Außenpolitik sowie die deutsch-französischen Beziehungen.

Einen Einblick in die Innenperspektive erhalten wir von Nicolas Kaciaf, der Wahlforscher am Institut de Science Po in Lille ist und zu den Auswirkungen der Wahl auf die französische Innenpolitik sprechen wird.

Nach den Vorträgen werden sich unsere Experten in einer Diskussionsrunde den Fragen des Publikums stellen.

Link zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/692796860905891/

„Versinkt Europa im Populismus?“ Wir fragten, der Vizepräsident des EU-Parlaments antwortete!

Auf Einladung der beiden Hochschulgruppen Visionen für Europa und JEF Münster diskutierte Rainer Wieland, seit 2009 Vizepräsident des Europäischen Parlaments, am Freitag, 03. Februar 2017, mit Studierenden und interessierten Bürgerinnen und Bürgern über den Umgang und die Folgen des Populismus in Europa.

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Bild (v. l. n. r.): Johannes Keil, Visionen für Europa, Rainer Wieland, Vizepräsident des EU-Parlaments, Lena Heidemann, JEF Münster, und Teresa Stiens, Moderation.

Das Phänomen des Populismus ist in Europa keine neue Erscheinung. Doch in den zurückliegenden zwei, drei Jahren bekamen populistische Bewegungen verstärkt Zulauf und der Populismus rückte mehr und mehr auch ins Zentrum der politischen und gesellschaftlichen Debatten. Infragestellung von europäischen Institutionen und Grundwerten, grobe Vereinfachung von komplexen politischen Themen und Verbreitung von offensichtlichen Unwahrheiten sind heute oftmals trauriger Bestandteil der politischen Auseinandersetzung. Wir fragten daher etwas provokatorisch: Versinkt Europa im Populismus?

Im voll besetzten Hörsaal im Gebäudes des Exzellenzclusters der Universität führte nach der gemeinsamen Begrüßung Rainer Wieland zunächst in einem kurzen Eingangsstatement in das Thema ein. In der Politik gelte häufig die Regel: „Löse keine Probleme, die niemand kennt – oder, die nicht als Probleme wahrgenommen werden.“ Aber Europa habe zu lange weggeschaut, leitete Wieland ein, und bezog sich dabei nicht nur auf den Krieg in Syrien, die Situationen in (Nord-)Afrika und Geflüchtete aus diesen Regionen, sondern explizit auch auf das Aufkommen populistischer Bewegungen in Europa. Politiker müssten auch den Mut und die Entschlossenheit zeigen, Populisten entschieden entgegenzutreten und ihnen argumentativ zu widersprechen.

Die Grenze zwischen populistischen Äußerungen und überprüfbaren politischen Tatsachen sei zwar fließend, merkte Wieland in der Diskussion an. Man dürfe rechts- wie linkspopulistischen Politikern aber nicht die öffentliche Bühne überlassen. In der täglichen Arbeit sei dies jedoch nicht immer einfach und koste Kraft und Ausdauer, so der Europapolitiker, und schilderte einige Situationen aus dem Europäischen Parlament. Auf die Frage, wie man dem Populismus im Alltag begegnen kann, appellierte Rainer Wieland an jeden einzelnen. Es beginne im täglichen Gespräch, sich gegen Pauschalisierungen zu wenden, Anfeindungen zurückzuweisen sowie sich gegen Hetze und für einen offenen und guten Dialog stark zu machen. Wir müssten wieder mehr miteinander und nicht übereinander reden.

Im Verlauf der Diskussion unter der Moderation von Teresa Stiens bewegten das interessierte Publikum aber auch Fragen zu den Handelsabkommen Ceta und TTIP, zur Flüchtlingssituation, zum Umgang mit dem neuen US-Präsidenten Trump oder zu einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft.

Wir haben uns sehr gefreut über die spannende Debatte und die beeindruckende Resonanz in Münster! Der Ursprung der Idee zu dieser Veranstaltung lag übrigens im Mai letzten Jahres, als die Hochschulgruppe Visionen für Europa beim „European Youth Event“ (EYE) in Straßburg zusammen mit mehreren tausend jungen Erwachsenen aus vielen verschiedenen Ländern über europäische Themen diskutierte. Nach der Abschlussdebatte des EYE kamen wir mit Rainer Wieland ins Gespräch, der begeistert war über unser Engagement und in diesem Zusammenhang erwähnte: „Kontaktieren Sie mich, dann komme ich für eine Veranstaltung nach Münster.“ Wir möchten uns zusammen mit JEF Münster an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bei Rainer Wieland für sein Kommen und die gelungene Veranstaltung bedanken. (JK)