Filmvorführung „Democracy – Im Rausch der Daten“ am 10. April 2019

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Europäische Politik und Brüssel ist für viele häufig weit weg – oft noch weiter als die 258,95 Kilometer Luftlinie bis Münster! Daher holen wir die europäische Politik im Jahr der Europawahl für einen Abend nach Münster.

Die Hochschulgruppe „Visionen für Europa“ und Pulse of Europe Münster laden am Mittwoch, 10. April 2019, um 19 Uhr zur Vorführung des Dokumentarfilms „Democracy – Im Rausch der Daten“ mit einem Input von Ralf Bendrath, der an diesem Abend bei uns sein wird, in das CINEMA an der Warendorfer Str. 45 ein. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

„Ein dokumentarisches Meisterwerk!“, urteilte die Deutsche Film- und Medienbewertung. Der Dokumentarfilm „Democracy – Im Rausch der Daten“ zeigt anschaulich und mitreißend den für Außenstehende oft abstrakten Rechtsetzungsprozess der Europäischen Union anhand der Aushandlungen zur Datenschutzgrundverordnung. Der Regisseur David Bernet begleitet die beiden Protagonisten, den damaligen Europaabgeordneten und Berichterstatter Jan Philipp Albrecht und die damalige Vizepräsidentin der EU-Kommission und Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding, mit der Kamera und blickt in die Hinterzimmer der Verhandlungen. Dafür wurde der Film mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis 2017 ausgezeichnet.

Wir freuen uns über Input von und anschließende Diskussion mit Ralf Bendrath – der Mann hinter dem Protagonisten des Dokumentarfilms, Jan Philipp Albrecht, dessen wissenschaftlicher Mitarbeiter er war. Der studierte Politikwissenschaftler arbeitet seit 2009 im Europäischen Parlament und weiß, wie Europa in Brüssel tickt. Zuvor war er mehrere Jahre in der Forschung und Politikberatung tätig, und bloggt heute noch regelmäßig als Netzaktivist zu Themen wie Datenschutz und digitalen Bürgerrechten.

Ein Mitglied aus unserer Hochschulgruppe war vorab bei Radio Q zu Gast , dem Hochschulrundfunk von Münster, und hat mit Radio Q-Reporter Julian Fischer gesprochen. Den Link zum Facebook-Event gibt es hier.

Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch den AStA der Universität Münster und den Verein die Linse.

Impressionen der Veranstaltung:

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Brüssel 2019 – Anmeldung zur Europa-Studienreise

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Auch in diesem Jahr geht es für uns und Euch natürlich wieder in die „Hauptstadt Europas“, nach Brüssel!

Vom 29. Mai bis zum 01. Juni 2019 werden wir uns diesmal in unserer Brüssel-Studienreise unter der Überschrift „Unity in diversity“ thematisch der Frage widmen, wie viel Diversität eigentlich in der EU steckt. Dazu treffen wir uns mit Abgeordneten und NGO-Vertretern, um mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Neben einem Besuch in der EU-Kommission, dem EU-Parlament sowie im Haus der europäischen Geschichte steht außerdem eine Stadtführung auf dem Programm, um die Stadt auch selbst zu erkunden.

Für wen? Eingeschriebene Studierende der WWU Münster im Alter zwischen 18 bis einschließlich 25 Jahren

Wann? 29. Mai bis 01. Juni 2019

Wie teuer? 140€ (inkl. Hin- und Rückfahrt mit dem Zug, drei Übernachtungen im Hostel mit Frühstück, Metro-Fahrten in Brüssel, Programm)

Für eine verbindliche Anmeldung schickt uns bitte bis zum 08. Februar 2019 eine Mail an visionenfuereuropa@outlook.de mit folgenden Informationen: Name, Vorname, Geburtsdatum, Mobilenummer, Nationalität, Adresse, Personalausweisnummer und Gültigkeitsdatum des Ausweises.

Schnell anmelden, denn die Plätze sind begrenzt! Die Patzvergabe der Studienreise erfolgt nach zeitlicher Reihenfolge des Maileingangs der verbindlichen Anmeldung (Windhundprinzip).

Meldet Euch gerne bei uns, wenn ihr Fragen habt. Wir freuen uns auf Euch!

Anmeldung zur Osteuropa-Reise / Bukarest 2019

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Bist Du Europäer*in und wolltest schon immer mal in einen der östlichen EU-Staaten reisen?

Wir, die Hochschulgruppe Visionen für Europa, bietet wieder unsere jährliche Studienreise nach Osteuropa an. Im Jahr 2019 geht es in die Hauptstadt Rumäniens, nach Bukarest.

Wir werden eine Stadtführung machen, den bekannten Parlamentspalast besichtigen und verschiedene politische Institutionen, wie die Deutsche Botschaft, Abgeordnete oder NGOs besuchen und viele weitere spannende Programmpunkte haben. Natürlich gibt es aber auch Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Du merkst, es gibt viel zu entdecken!

Für wen? Studierende im Alter zwischen 18 bis einschließlich 25 Jahren

Wann? 03.-08. Mai 2019

Wie teuer? 220€ (inkl. Hin- und Rückflug, 5 Übernachtungen im Hostel + Frühstück und Programm)

Wenn ihr Euch verbindlich anmelden möchtet, schickt uns bitte bis zum 08. Februar 2019 eine Mail an visionenfuereuropa@outlook.de mit Name, Vorname, Geburtsdatum, Mobilenummer, Nationalität, Adresse, Personalausweisnummer und Gültigkeitsdatum des Ausweises.

Bei Fragen stehen wir Euch jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns auf Euch!

Schnell anmelden, denn die Plätze sind begrenzt! Die Patzvergabe der Studienreise erfolgt nach zeitlicher Reihenfolge des Maileingangs der verbindlichen Anmeldung (Windhundprinzip).

Update 23.01.2019: Wir müssen Euch leider mitteilen, dass nach weniger als 24 Stunden die Bukarest-Reise komplett ausgebucht ist. Wir sind überwältigt von Eurem Interesse.

Europäisches Bier-Tasting – 10.01. und 17.01.2019

Wie wär‘s mit einem Schluck Europa? Die Hochschulgruppe Visionen für Europa möchte am 10. Januar und am 17. Januar 2019, jeweils um 20:30 Uhr zu einem gemütlichen Abend mit europäischem Bier-Tasting einladen. Die Verkostung findet statt im Getränkefeinkost Münster in der Steinfurter Straße 9, 48145 Münster. Beim Bier-Tasting werdet ihr Interessantes und Wissenswertes über den Geschmack und Färbung des Bieres, über die Braukunst und die jeweiligen Bierstile sowie über die Traditionen der Brauereien erfahren. Impressionen von der ersten Auflage des Bier-Tastings findet ihr hier.

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Der Teilnahmebeitrag liegt bei 10€ für fünf europäische Biere, dazu werden zur Verkostung etwas Brot und Tafelwasser gereicht. Auf Wunsch können am Abend für jeweils 2€ weitere Biere probiert werden. Außerdem besteht am Ende die Möglichkeit, das am Abend gefundene Lieblingsbier selbst auf Vorrat zu erwerben.

Die verbindliche Anmeldung mit #10.01. oder #17.01. für einen der beiden Termine ist mit Namen und Geburtsdatum bis zum 21. Dezember 2018 über visionenfuereuropa@outlook.de möglich. Bitte nicht vergessen, einen der beiden Termine in der Anmeldung zu nennen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wie an der Bar so gilt auch bei der Anmeldung: first come first served!

Wir freuen uns auf Euch!

Dieser Link führt Euch zu unserem Facebook-Event der Veranstaltung(en).

Visionen für Europa gewinnt Publikumspreis

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Am 11. Oktober 2018 organisierte unsere französische Partnerorganisation Visions d’Europe die zehnte Auflage des Newrope-Wettbewerbs an der Universität Sciences Po Lille. Vier proeuropäische Gruppen hatten dort die Möglichkeit, ihre Projekte zum Thema „Europe by its citizens“ einer Jury und interessierten Studierenden vorzustellen. Den Gewinnern winkten der Jurypreis von 1.500€ und zusätzlich ein Publikumspreis in Höhe von 1.000€.

Am Vormittag fand zunächst ein reger Austausch zwischen Jury und VertreterInnen der teilnehmenden Gruppen statt. Dabei ging es unter anderem um die Informationskampagnen der europäischen Institutionen und wie mehr Menschen erreicht werden können, um über die Arbeit von Kommission oder Parlament zu informieren und Stereotype zu überwinden. Wir stellten fest, dass die Angebote nur einen recht kleinen und bereits proeuropäische eingestellten Personenkreis erreicht. Deshalb ist die Vielzahl von lokalen Projekten und Gruppen umso wichtiger, um BürgerInnen von der Bedeutung Europas zu überzeugen. Am Nachmittag war Gelegenheit der Jury die verschiedenen Projekte vorzustellen und auf die mitunter kritischen Nachfragen zu reagieren.

Die internationale Gruppe von Talos aus London präsentierte ihre sehr professionell gestaltete Website, die es EU-BürgerInnen und Organisationen erlauben soll, Ideen mit einer Vielzahl von Personen zu teilen und Unterstützung in finanzieller, rechtlicher, inhaltlicher Hinsicht oder bei der Öffentlichkeitsarbeit zu vermitteln. Mehr zum Projekt unter: https://talos.eu/causes

Die Schwestern, die hinter „Toi d’Europe“ stehen, zeigten in ihrer Präsentation, wie sie durch fast alle EU-Mitgliedsstaaten gereist sind, um mit jungen EuropäerInnen ins Gespräch zu kommen und über deren Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft der EU zu diskutieren. Ihre Gespräche haben sie gefilmt und zu einer Dokumentation verarbeitet, die sie in möglichst vielen Städten vorstellen wollen. Wir hoffen, dass sie im kommenden Frühjahr auch in Münster Station machen!

Ihren YouTube-Kanal findet ihr hier: https://www.youtube.com/channel/UCUKKa839p9c7FASnwCHsOaw

Eurofeel aus Bordeaux haben eine europäische Stadtführung entworfen. Dabei zeigt sich, dass Europa vor unserer Haustür anfängt und viele EuropäerInnen aus anderen Staaten, mit verschiedensten Hintergründen, in unmittelbarer Nähe zu finden sind und man häufiger das Gespräche mit ihnen suchen sollte.

Am Ende des Nachmittags konnte Eurofeel die Jury überzeugen. Wir danken dem Publikum für seine Unterstützung, dank derer wir 1.000€ gewonnen haben, um unser Projekt Info4(E)U umzusetzen. Wir fanden die Gespräche mit den anderen Gruppen sehr interessant und hoffen, in Zukunft das ein oder andere gemeinsame Projekt zu unterstützen.

Neueinsteigertreffen am Mo. 15.10. und 22.10.2019

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Europa ist für Dich mehr als ein Wort mit sechs Buchstaben? Du interessierst Dich für europäische Themen und möchtest mit anderen Studierenden gemeinsame Veranstaltungen organisieren und über europapolitische Themen diskutieren? Du möchtest auf einer unserer Studienreisen die europäische Politik und Kultur näher kennenlernen? Dann bist Du bei uns genau richtig!

Am Montag, 15.10. und 22.10.2019, möchten wir alle Interessierten herzlich zu unseren Neueinsteigertreffen einladen. Wir stellen die Hochschulgruppe und unsere Arbeit vor. Kommt vorbei und lernt unsere Aktiven sowie unsere Projekte kennen. Die Neueinsteigertreffen finden jeweils um 19:00 Uhr im Café Malik im Zentrum von Münster statt (Schlossplatz 44, 48143 Münster).

Wir freuen uns auf Dich!

Danach finden unsere regulären Treffen montags um 18:30 Uhr im Forum der KSHG statt (Frauenstraße 3-6, 48143 Münster).

Empowermentstrategien für junge Engagierte – Bericht zu „Reclaiming Europe“ des EYE2018

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Das European Youth Event (EYE), welches alle zwei Jahre in Straßburg im Europäischen Parlament stattfindet, lädt junge Menschen aus ganz Europa dazu ein, mit Parlamentarier*innen und Mitarbeiter*innen der europäischen Institutionen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft über die Zukunft der EU zu diskutieren.

Nachdem wir vor zwei Jahren bereits an dem Event teilgenommen hatten, haben wir uns dieses Jahr im Rahmen des Projektes „Reclaiming Europe“ gemeinsam mit Mitgliedern des Netzwerks Junge Islam Konferenz Nordrhein-Westfalen auf das Event vorbereitet, sind gemeinsam zum EYE gefahren und haben unsere Erfahrungen und Anregungen für die Zukunft Europas in einer Abschlussveranstaltung zusammen reflektiert. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen der Alumni-Fonds von der Stiftung Mercator.

Die gemeinsame Gruppe um junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren von Visionen für Europa und dem Netzwerk Junge Islam Konferenz traf sich zunächst beim Vorbereitungs-Workshop am 19. Mai 2018 in Münster. Ziel des Workshops war es, dass sich die beiden Gruppen kennenlernen und austauschen. Als inhaltliche Vorbereitung erarbeitete sich die Gruppe europäische Themen und Ziele sowie Leitfragen für das EYE.

Zwei Wochen später ging es nach Straßburg zum European Youth Event (EYE). Nach der Anreise führte uns der erste gemeinsame Ausflug zunächst zur Großen Moschee von Straßburg, wo wir gemeinsam am Iftar (Fastenbrechen) teilnahmen. Für viele der Teilnehmer*innen von Visionen für Europa war es die erste Teilnahme an einem Iftar, und dementsprechend mit vielen neuen positiven Eindrücken verknüpft. Am nächsten Morgen machten wir uns dann voller Spannung auf zum Europäischen Parlament. Vorgefunden haben wir dort vor allem begeisterte Europäer*innen aus ganz Europa (dem ganzen Kontinent!), engagierte Vereine, die ihre eigenen Veranstaltungen organisiert haben, motivierte Helfer*innen und spannende Redner*innen. Die Gruppe schwärmte aus zu verschiedenen Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen. Besonders häufig wurden Workshops und Diskussionsrunden zu Fragen der Digitalisierung und der damit verbundenen Möglichkeiten der Partizipation, der Migration und Integration, des Umweltschutzes und der sozialen Gerechtigkeit angeboten. Immer wieder trafen sich kleinere Gruppen wieder zum Mittagessen, Sonne genießen, Stadt erkunden und beim Abendprogramm. Am ersten Abend wurde im Regen getanzt und eine riesige Party vor dem Parlament gefeiert, am zweiten Abend organisierte die Stadt Straßburg ein Open Air Kino am Rheinufer. Mit vielen neuen Eindrücken, Freundschaften, Ideen und Motivation machten wir uns schließlich wieder auf die Heimreise.

Hier findet ihr die einzelnen EYE-Berichte der Teilnehmer*innen unserer Gruppe.

Und vielen Dank an YourslamTV für den tollen Video-Rückblick auf das EYE 2018 in Straßburg.

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Am 19. Juni 2018 organisierten wir eine Abschlussveranstaltung mit dem Ziel, die Erfahrungen und Erkenntnisse der Teilnahme am EYE in die Gesellschaft zu tragen. Auf dem Podium der Diskussionsveranstaltung „Jung! Kompetent! Unterrepräsentiert?“ saßen Akilnathan Logeswaran, Europa-Aktivist aus München, Isabel Hoffmann von Visionen für Europa und Sabrien Mari von der JIK NRW. Moderiert wurde die Veranstaltung von Julia Henn. Neben den Erfahrungen vom European Youth Event wurde auch thematisiert, wie es sich mit der Partizipation und Repräsentation von jungen Menschen in der EU verhält, wie benachteiligte Gruppen besser eingebunden werden können und wie effektiv die jugendpolitischen Projekte der EU sind (z.B. Erasmus und Interrail-Ticket).

Vive l’Europe!

Die alljährliche Studienfahrt nach Brüssel der Hochschulgruppe Visionen für Europa fand dieses Jahr vom 23.-25 Mai zum Thema Gesundheitspolitik statt.

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Anlässlich der Debatte um die sogenannte Pommes-Verordnung fand die alljährliche Studienfahrt nach Brüssel zum Thema der europäischen Gesundheitspolitik statt. Dienen die Richtwerte des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln tatsächlich der Lebensmittelsicherheit oder sind sie ein Auswuchs der Brüsseler Bürokratie? Welche Kompetenzen hat die EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit und wo liegt hierbei der europäische Mehrwert? Vom 23.-25. Mai suchten 25 Studierende in der belgischen Hauptstadt Antworten auf diese Fragen und hatten die Gelegenheit, die EU „live und unplugged“ zu erleben

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Der erste Programmpunkt führte uns in die Ständige Vertretung Deutschlands bei der EU, wo gleich zu Beginn deutlich wurde, dass es sich bei der Gesundheitspolitik um ein nur sehr gering vergemeinschaftetes Politikfeld handelt. Für die öffentlichen Gesundheitssysteme sind in erster Linie die Mitgliedstaaten zuständig. Die Union kann die nationalen Gesundheitspolitiken ausschließlich unterstützen und koordinieren, verfügt jedoch andererseits über eine hohe Kompetenz in allen gesundheitspolitischen Aspekten, die den Binnenmarkt und die Güterfreizügigkeit betreffen. Regelungen zu medizinischen und pharmazeutischen Produkten werden im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren entschieden. Der Referent des Europäischen Ethikrates forderte uns im Anschluss dazu auf, uns bei all unseren späteren Terminen bewusst zu machen, welche Europäische Union mit welchen Werten wünschenswert wäre. Der zweite Tag führte uns in die Europäische Kommission, wo eingehender auf den Legislativprozess eingegangen wurde. Die European Health Management Association betonte ebenfalls den Mangel an Koordination in den europäischen Gesundheitssystemen. Informationen für Patienten werden nur ungleichmäßig und ungenügend zur Verfügung gestellt. Im Vordergrund solle die Ermächtigung des Patienten stehen, eigene Entscheidungen zu treffen.

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Höhepunkt für alle Teilnehmer*innen war ein Treffen mit Terry Reintke (Grüne), Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Sie ist eine der jüngsten Abgeordneten, und so wurde bei diesem Termin die Beteiligung junger Menschen an der Politik sowie insbesondere die Rolle der Frauen diskutiert. Gut gelaunt lud Terry die Gruppe spontan zu einer abendlichen Lesung im Zentrum Brüssels ein. Bei einem informellen belgischen Bier hatte die Gruppe erneut die Chance mit ihr ins Gespräch zu kommen.  Am letzten Tag betonte die europäische Verbraucherorganisation (BEUC), dass Skandale, wie die PIP Brustimplantate, das Vertrauen der Verbraucher zerstört haben, welches es nun wiederherzustellen gelte. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) stellte sich im Anschluss mutig den kritischen Fragen der Teilnehmer*innen. Thema waren das informelle Lobbying und die Bepreisung von Medikamenten.

Neben dem reichhaltigen inhaltlichen Input kamen die Teilnehmer*innen natürlich ebenfalls in den Genuss der belgischen Küche. Bei Bouletten, Waffeln und Bier konnten sie die Abende gemütlich ausklingen lassen. Wir haben uns über das rege Interesse der Teilnehmer*innen sehr gefreut und bedanken uns nochmals herzlich bei all unseren Referent*innen.

Jung! Kompetent! Unterrepräsentiert?

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Am Dienstag, 19. Juni 2018, um 18:30 Uhr läd die Hochschulgruppe Visionen für Europa in Kooperation mit der Jungen Islam Konferenz NRW und der Stiftung Mercator zur Diskussionsveranstaltung „Jung! Kompetent! Unterrepräsentiert?“ in den Hörsaal SCH.3 im Institut für Politikwissenschaft ein.

Junge Menschen sitzen auf den Stühlen der Abgeordneten und schlüpfen in Ihre Rollen, Fragen über die Zukunft Europas werden diskutiert und man spürt förmlich einen europäischen Geist! Das European Youth Event (EYE) war auch 2018 eine riesige bunte Veranstaltung. Und auch Visionen für Europa durfte dieses Jahr in Straßburg wieder beim EYE dabei sein.

Doch was bleibt nach diesem Event von Anfang Juni 2018 übrig? Mit Akilnathan Logeswaran sprechen wir darüber, wie es um die Partizipation von jungen Menschen in Europa tatsächlich steht. Werden ihre Wünsche und Ideen gehört? Werden Sie tatsächlich vom Europäischen Parlament repräsentiert? Haben Sie Möglichkeiten auf anderen Wegen Einfluss auf die politischen Entscheidungsprozesse zu nehmen? Und wenn ja, können tatsächlich die große Mehrheit der jungen Menschen partizipieren? Wie verhält es sich mit benachteiligten Gruppen? Was macht die EU, um junge Menschen einzubinden und Europa für sie attraktiv zu machen? Sind Projekte wie Erasmus oder Interrailtickets sinnvoll investiertes Geld? Und schließlich bleibt die Frage: Was sollten wir von der EU fordern, welche Projekte und Themen bewegen uns?

Diese und weitere Fragen werden wir auf dem Podium diskutieren. Und auch das Publikum wird die Möglichkeit haben, in die Diskussion einzugreifen. Wir freuen uns auf Euch am 19. April!

Bericht unserer Studienreise nach Tallinn 2018

Ein weiteres Mal führte unsere jährliche Studienreise nach Osteuropa ins Baltikum, diesmal nach Tallinn. Estland, von dessen 1.250.000 Einwohnern knapp ein Drittel in der Hauptstadt Tallinn lebt, weckte aufgrund mehrerer Punkte unser Interesse: Das Land hatte 2017 die EU-Ratspräsidentschaft inne, 2018 werden 100 Jahre Unabhängigkeit gefeiert und außerdem kommt Estland eine besondere Vorreiterrolle in der Digitalisierung zu. 2000 wurde hier sogar der Zugang zu Internet als Menschenrecht erklärt!

Online zu wählen ist in Estland seit 2005 möglich. Zunächst lokal erprobt, kann man seine Stimme auch für das nationale und sogar das EU-Parlament online abgeben, bei Höchstwerten wurde diese ergänzende Möglichkeit von fast einem Drittel der Bevölkerung genutzt.

Gefasst wird diese Errungenschaft unter das besondere Konzept E-Estonia: Mit einer chip-basierten National ID Card kann man sich online ausweisen und rechtskräftig gültige digitale Unterschriften leisten. Seien es Wahlen, Steuern, Überweisungen, Identifikation und Transaktionen im Krankenhaus oder sogar Einsicht in Patientenakten von zu Hause aus, alles läuft über diese eine Karte. Diese Praktik hat neben Effizienz, Kosten- und Zeiteinsparung auch Transparenz und einen besseren Dialog zwischen Regierung und Bürgerinnen und Bürgern zum Ziel.

Verschiedene Punkte standen während unserer Studienreise auf dem Programm:

  • Besuch der Deutschen Botschaft: Vom Vertreter der Botschaft gab es ein Potpourri an Informationen zu Estland, zur Arbeit im Institut und interessante Antworten auf unsere vielfältigen Fragen. Estland bezeichnete er als „erfolgreichstes“ post-sozialistisches Land; hier wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 die komplette politische Führungselite ausgetauscht und so ein Neuanfang ermöglicht. Auch die besondere Bedeutung der Zugehörigkeit zu supranationalen Organisationen wie der EU oder NATO für einen kleinen Staat wie Estland an der russischen Grenze wurde hervorgehoben.
  • Eine Führung durch das estnische Parlament, welches strukturell überraschend viele Gemeinsamkeiten zum Deutschen Bundestag aufwies. Sogar einer Sitzung mit einigen der 101 Abgeordneten aus den vertretenen 6 Parteien konnten wir dabei beiwohnen. Auf einem der Türme des hübschen Gebäudes wird hier täglich mit dem Aufgang der Sonne (oder um 7 Uhr im Sommer) zur Nationalhymne die estnische Flagge gehisst.
  • Die Bedeutung dieses Aktes wurde während einer umfangreichen Stadtführung deutlich, die auf die jahrhundertelange Besetzung in der Geschichte des Landes einging. Die Unabhängigkeit nach dänischer, schwedischer und russischer Herrschaft wurde 1918 erlangt; das Land wurde 1940 allerdings in die Sowjetunion integriert und erlangte erst – mit dem Zerfall dieser – 1991 die Freiheit zurück. Der Beitritt zur EU sowie zur NATO erfolgte schließlich 2004.
  • Bei einem Besuch der Europäischen Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts, oder kürzer EU-LISA, wurden in verschiedenen Vorträgen Einblicke in die drei Systeme SIS II (Information Schengenraum), VIS (Visa) und EuroDac (Asyl) gegeben, und im Anschluss besonders Frauen ermutigt, in das Feld der IT-Security einzusteigen. Die Agentur nahm erst Ende 2012 ihren Betrieb auf und unterstützt mit ihren Netzwerken die EU-Politik in den Bereichen Asyl, Migration, Einwanderung und Grenzschutz.
  • Natürlich blieb während der 5 Tage auch genug Zeit, um Eindrücke der Stadt zu sammeln und die Atmosphäre zu genießen. Sei es die Aussicht vom Turm der Olaikirche, die hübschen Holzhäuser im Westen der Stadt, die Sonderausstellung zum 100-jährigen Jubiläum im Historischen Museum oder der Wind um die Nase an der Ostsee – Tallinn hat wirklich was zu bieten!