Vive l’Europe!

Die alljährliche Studienfahrt nach Brüssel der Hochschulgruppe Visionen für Europa fand dieses Jahr vom 23.-25 Mai zum Thema Gesundheitspolitik statt.

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Anlässlich der Debatte um die sogenannte Pommes-Verordnung fand die alljährliche Studienfahrt nach Brüssel zum Thema der europäischen Gesundheitspolitik statt. Dienen die Richtwerte des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln tatsächlich der Lebensmittelsicherheit oder sind sie ein Auswuchs der Brüsseler Bürokratie? Welche Kompetenzen hat die EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit und wo liegt hierbei der europäische Mehrwert? Vom 23.-25. Mai suchten 25 Studierende in der belgischen Hauptstadt Antworten auf diese Fragen und hatten die Gelegenheit, die EU „live und unplugged“ zu erleben

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Der erste Programmpunkt führte uns in die Ständige Vertretung Deutschlands bei der EU, wo gleich zu Beginn deutlich wurde, dass es sich bei der Gesundheitspolitik um ein nur sehr gering vergemeinschaftetes Politikfeld handelt. Für die öffentlichen Gesundheitssysteme sind in erster Linie die Mitgliedstaaten zuständig. Die Union kann die nationalen Gesundheitspolitiken ausschließlich unterstützen und koordinieren, verfügt jedoch andererseits über eine hohe Kompetenz in allen gesundheitspolitischen Aspekten, die den Binnenmarkt und die Güterfreizügigkeit betreffen. Regelungen zu medizinischen und pharmazeutischen Produkten werden im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren entschieden. Der Referent des Europäischen Ethikrates forderte uns im Anschluss dazu auf, uns bei all unseren späteren Terminen bewusst zu machen, welche Europäische Union mit welchen Werten wünschenswert wäre. Der zweite Tag führte uns in die Europäische Kommission, wo eingehender auf den Legislativprozess eingegangen wurde. Die European Health Management Association betonte ebenfalls den Mangel an Koordination in den europäischen Gesundheitssystemen. Informationen für Patienten werden nur ungleichmäßig und ungenügend zur Verfügung gestellt. Im Vordergrund solle die Ermächtigung des Patienten stehen, eigene Entscheidungen zu treffen.

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Höhepunkt für alle Teilnehmer*innen war ein Treffen mit Terry Reintke (Grüne), Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Sie ist eine der jüngsten Abgeordneten, und so wurde bei diesem Termin die Beteiligung junger Menschen an der Politik sowie insbesondere die Rolle der Frauen diskutiert. Gut gelaunt lud Terry die Gruppe spontan zu einer abendlichen Lesung im Zentrum Brüssels ein. Bei einem informellen belgischen Bier hatte die Gruppe erneut die Chance mit ihr ins Gespräch zu kommen.  Am letzten Tag betonte die europäische Verbraucherorganisation (BEUC), dass Skandale, wie die PIP Brustimplantate, das Vertrauen der Verbraucher zerstört haben, welches es nun wiederherzustellen gelte. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) stellte sich im Anschluss mutig den kritischen Fragen der Teilnehmer*innen. Thema waren das informelle Lobbying und die Bepreisung von Medikamenten.

Neben dem reichhaltigen inhaltlichen Input kamen die Teilnehmer*innen natürlich ebenfalls in den Genuss der belgischen Küche. Bei Bouletten, Waffeln und Bier konnten sie die Abende gemütlich ausklingen lassen. Wir haben uns über das rege Interesse der Teilnehmer*innen sehr gefreut und bedanken uns nochmals herzlich bei all unseren Referent*innen.

Bericht unserer Studienreise nach Tallinn 2018

Ein weiteres Mal führte unsere jährliche Studienreise nach Osteuropa ins Baltikum, diesmal nach Tallinn. Estland, von dessen 1.250.000 Einwohnern knapp ein Drittel in der Hauptstadt Tallinn lebt, weckte aufgrund mehrerer Punkte unser Interesse: Das Land hatte 2017 die EU-Ratspräsidentschaft inne, 2018 werden 100 Jahre Unabhängigkeit gefeiert und außerdem kommt Estland eine besondere Vorreiterrolle in der Digitalisierung zu. 2000 wurde hier sogar der Zugang zu Internet als Menschenrecht erklärt!

Online zu wählen ist in Estland seit 2005 möglich. Zunächst lokal erprobt, kann man seine Stimme auch für das nationale und sogar das EU-Parlament online abgeben, bei Höchstwerten wurde diese ergänzende Möglichkeit von fast einem Drittel der Bevölkerung genutzt.

Gefasst wird diese Errungenschaft unter das besondere Konzept E-Estonia: Mit einer chip-basierten National ID Card kann man sich online ausweisen und rechtskräftig gültige digitale Unterschriften leisten. Seien es Wahlen, Steuern, Überweisungen, Identifikation und Transaktionen im Krankenhaus oder sogar Einsicht in Patientenakten von zu Hause aus, alles läuft über diese eine Karte. Diese Praktik hat neben Effizienz, Kosten- und Zeiteinsparung auch Transparenz und einen besseren Dialog zwischen Regierung und Bürgerinnen und Bürgern zum Ziel.

Verschiedene Punkte standen während unserer Studienreise auf dem Programm:

  • Besuch der Deutschen Botschaft: Vom Vertreter der Botschaft gab es ein Potpourri an Informationen zu Estland, zur Arbeit im Institut und interessante Antworten auf unsere vielfältigen Fragen. Estland bezeichnete er als „erfolgreichstes“ post-sozialistisches Land; hier wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 die komplette politische Führungselite ausgetauscht und so ein Neuanfang ermöglicht. Auch die besondere Bedeutung der Zugehörigkeit zu supranationalen Organisationen wie der EU oder NATO für einen kleinen Staat wie Estland an der russischen Grenze wurde hervorgehoben.
  • Eine Führung durch das estnische Parlament, welches strukturell überraschend viele Gemeinsamkeiten zum Deutschen Bundestag aufwies. Sogar einer Sitzung mit einigen der 101 Abgeordneten aus den vertretenen 6 Parteien konnten wir dabei beiwohnen. Auf einem der Türme des hübschen Gebäudes wird hier täglich mit dem Aufgang der Sonne (oder um 7 Uhr im Sommer) zur Nationalhymne die estnische Flagge gehisst.
  • Die Bedeutung dieses Aktes wurde während einer umfangreichen Stadtführung deutlich, die auf die jahrhundertelange Besetzung in der Geschichte des Landes einging. Die Unabhängigkeit nach dänischer, schwedischer und russischer Herrschaft wurde 1918 erlangt; das Land wurde 1940 allerdings in die Sowjetunion integriert und erlangte erst – mit dem Zerfall dieser – 1991 die Freiheit zurück. Der Beitritt zur EU sowie zur NATO erfolgte schließlich 2004.
  • Bei einem Besuch der Europäischen Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts, oder kürzer EU-LISA, wurden in verschiedenen Vorträgen Einblicke in die drei Systeme SIS II (Information Schengenraum), VIS (Visa) und EuroDac (Asyl) gegeben, und im Anschluss besonders Frauen ermutigt, in das Feld der IT-Security einzusteigen. Die Agentur nahm erst Ende 2012 ihren Betrieb auf und unterstützt mit ihren Netzwerken die EU-Politik in den Bereichen Asyl, Migration, Einwanderung und Grenzschutz.
  • Natürlich blieb während der 5 Tage auch genug Zeit, um Eindrücke der Stadt zu sammeln und die Atmosphäre zu genießen. Sei es die Aussicht vom Turm der Olaikirche, die hübschen Holzhäuser im Westen der Stadt, die Sonderausstellung zum 100-jährigen Jubiläum im Historischen Museum oder der Wind um die Nase an der Ostsee – Tallinn hat wirklich was zu bieten!

Anmeldung zu Studienreisen 2018 – Tallinn und Brüssel

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Bist Du Europäer*in und wolltest schon immer mal ins Baltikum? Egal ob Mittelalterfan, Naturliebhaber*in oder interessiert an der Digitalisierung – Tallinn is the place to be!

Wir, die Hochschulgruppe „Visionen für Europa“, bieten wieder unsere jährliche Osteuropa-Reise an. Dieses Jahr geht es vom 01.-05. Mai 2018 nach Estland.

Gemeinsam werden wir die Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Stadtmauer erkunden, die schöne Küstenlandschaft rund um Tallinn entdecken und von politischen Vertreter*innen mehr zu Digitalisierung, EU-Ratspräsidentschaft von 2017 und zum 100-jährigen Unabhängigkeitsjubiläum von Estland erfahren, das 2018 gefeiert wird.

Du merkst, es gibt viel zu entdecken!

Für wen? Studierende bis 30 Jahre
Wann? 01.-05. Mai 2018
Wie teuer? 190€ (Hin- und Rückflug, Transfer vom Flughafen ins Zentrum von Tallinn, vier Übernachtungen im Hostel inkl. Frühstück)

Wenn ihr Euch verbindlich anmelden möchtet, schickt uns bitte bis zum 22. Januar 2018 eine Mail an visionenfuereuropa@outlook.de mit folgenden Informationen: Name, Vorname, Handynummer, Geburtsdatum, Nationalität, Adresse, Personalausweisnummer und Gültigkeitsdatum eures Personalausweises. Und: Schnell anmelden, denn die Plätze sind begrenzt!

Bei Fragen stehen wir euch jederzeit zur Verfügung.
Wir freuen uns auf Euch!

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Außerdem bieten wir auch dieses Jahr, vom 23.-25. Mai 2018, wieder unsere jährliche Brüssel-Reise an. Dieses Jahr werden wir uns thematisch mit dem Mehrwert der Europäischen Gesundheitspolitik beschäftigen.

Für wen? Eingeschriebene Studierende der WWU Münster bis 30 Jahre
Wann? 23.-25. Mai 2018
Was? Führung durch die Kommission, die Ständige Vertretung von Deutschland, das Parlament mit anschließender Diskussion mit einem Abgeordneten, verschiedene Interessenvertretungen und NGOs
Wie teuer? 120€ (An-/Abfahrt ab Münster, zwei Übernachtungen im Hostel inkl. Frühstück, ein gemeinsames Abendessen und Stadtführung)

Wenn ihr Euch verbindlich anmelden möchtet, schickt uns bitte ebenfalls bis zum 22. Januar 2018 eine Mail an visionenfuereuropa@outlook.de mit folgenden Informationen: Name, Vorname, Handynummer, Geburtsdatum, Adresse und Personalausweisnummer.

Studienreise-Bericht: Budapest 2017

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Auf unserer Studienreise Ende Juni 2017 nach Budapest besuchten wir verschiedene Institutionen sowie Akteure vor Ort und nahmen – neben privaten Erkundungen der Stadt – an einer Free-Walking-Tour sowie einer Führung durch das ungarische Parlament teil.

Wir sprachen über die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Europäischen Union, das Verhältnis zu Russland, die aktuellen Debatten und Konflikte um das Gesetz für aus dem Ausland unterstützte NGOs sowie über das neue ungarische Hochschulgesetz, das im Zusammenhang mit der „Central European University“ von George Soros international mit kritischer Medienberichterstattung begleitet wurde.

Einige weitere wesentliche Eindrücke unserer Studienreise über das Land und seine politischen Verhältnisse haben wir im Folgenden zusammengestellt.

Während der Zeit der Zugehörigkeit Ungarns zum sowjetisch geführten Ostblock war die Bewahrung der eigenen nationalen Identität und ein starker Nationalstaat die Grundlage für erfolgreiche Entwicklung und gewisse Selbstbestimmung und Autonomie. Kompetenzabgaben und Vergemeinschaftungen sind historisch häufig mit negativen Folgen für das Land verbunden gewesen. Diese Erfahrungen aus der Zeit der Sowjetunion prägen noch heute immer wieder die Grundhaltung von Teilen der Bevölkerung und vieler Politiker.

In den politischen Debatten in Ungarn dominierte in der jüngeren Vergangenheit die Migrations- und Flüchtlingskrise. Und gerade in diesem Zusammenhang wurden und werden zentrale Fragen nationaler Souveränität und Identität angesprochen. Besonders den Teil der Bevölkerung, der nicht zu den über 1,7 Mio. Bewohnern der Hauptstadt Budapest zählt, beschäftigt diese Frage. Hier zeigt sich auch der starke Gegensatz zwischen der ländlichen Bevölkerung und den Einwohnern der mit weitem Abstand größten Stadt Ungarns (insgesamt besitzt Ungarn knapp 10 Mio. Einwohner). Ungarns Regierungschef Viktor Orbán stellte sich dabei immer wieder als Bewahrer der ungarischen Bevölkerung dar, während sich Brüssel von den Menschen vor Ort und ihren Bedürfnissen entfernt hätte.

Für die Vermittlung der Politik nehmen Medien, wie in jedem größeren Staat, eine entscheidende Rolle ein. Die Presse- und Medienlandschaft Ungarns ist ohne die Einbeziehung der Vergangenheit jedoch kaum zu verstehen. Die klassische Mediennutzung bewegt sich eher auf geringem Niveau. Viele Zeitungen und Fernsehnachrichten haben auch nach mehr als 25 Jahren unter nichtsowjetischer Herrschaft noch Probleme, in der Bevölkerung als unabhängig und überparteilich wahrgenommen zu werden; der staatliche Fernsehsender berichtet ganz überwiegend regierungsfreundlich. Eine immer stärkere Nachfrage erfahren daher Onlinemedien und Blogs, die als innovativer und unabhängiger angesehen werden und vor allem auch jüngere Menschen besser ansprechen. Positiv ist für diese Entwicklung das im europäischen Vergleich besonders gut ausgestattete Breitbandnetz des Landes.

Auch bei der Struktur des politischen Spektrums spielt die Vergangenheit des Landes eine erhebliche Rolle. Die sozialistische Politik und Ideologie während der Zeit der Ostblock-Zugehörigkeit wurde nie systematisch aufgearbeitet und vielfach verdrängt. Resultat dieser fehlenden Aufarbeitung ist ein außerordentlich stark polarisiertes Parteiensystem, in dem „Maß und Mitte praktisch nicht vertreten sind“, wie uns ein Gesprächspartner sagte.

Auf der einen Seite ist die Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán, Fidesz, die einen starken Nationalismus vertritt und damit nach derzeitigen Umfragen auch bei der nächsten Wahl zur Ungarischen Nationalversammlung im April 2018 mit einer deutlichen Mehrheit rechnen kann. Zweitstärkste Kraft würde aktuell die rechtsextreme Jobbik werden, die gerade eine Wandlung zu einer Volkspartei vollziehen möchte und dafür beispielsweise Personen mit radikaler politischer Ausrichtung aus der engen Parteiführung und von Spitzenpositionen zu verdrängen versucht.

Auf der anderen Seite ist die sozialdemokratische MSZP sowie mehrere kleine linke Splitterparteien, die als Opposition der Orbán-Regierung wenig entgegenzusetzen haben und derzeit kaum eine schlagkräftige Alternative zur Regierung darstellen. Alle unsere Gesprächspartner sahen eine Veränderung dieser Situation auch in den nächsten Jahren als sehr unwahrscheinlich an.

Verkaufsstart der Studienreise nach Budapest

Visionen für Europa organisiert neben der jährlichen Brüsselreise jeden Sommer eine weitere Studienreise. Dieses Mal ist unser Ziel die ungarische Hauptstadt: Budapest! Die Reise wird von Montag bis Donnerstag, 26.06.-29.06.2017 stattfinden. Geplant ist ein Besuch beim ungarischen Parlament sowie Diskussionen mit einer lokalen NGO/proeuropäischen Gruppe und Mitarbeitern deutscher Stiftungen über die aktuelle Lage in Ungarn und ihre Entwicklung. Und natürlich besteht die Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Der Preis beläuft sich auf 190 Euro, darin enthalten sind Hin- sowie Rückflug, Flughafentransfer und drei Übernachtungen im Hostel.

Bitte beachtet, dass die Teilnehmerzahl der Reise begrenzt ist, eine sehr zeitnahe Anmeldung wird daher empfohlen (Anmeldebeginn war Sa., 20.05.2017). Wir benötigen von Euch bitte Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Nationalität, Personalausweisnummer und Adresse bei der Anmeldung, eine Mobilenummer ist in den meisten Fällen sehr hilfreich; Teilnehmer*innen müssen zum Zeitpunkt der Reise eingeschriebene Studierende an einer deutschen Universität oder Fachhochschule sein. Nach der verbindlichen Anmeldung per Mail an visionenfuereuropa@outlook.de bekommt ihr eine Antwort von uns sowie die Kontaktdaten für die Überweisung des Reisebetrags.

Wir freuen uns auf die Studienreise mit Euch!

Von Agrarpolitik bis zu belgischen Waffeln – die Studienreise Brüssel 2017

DSC_0312-Die Studienreise in die europäische Hauptstadt stand 2017 unter dem Oberthema Agrarpolitik und Nachhaltigkeit. Vom 3. bis 5. Mai ging es für 30 interessierte Studierende nach Brüssel, die europäische Politik sowie die belgische Stadt kennenzulernen.

Beim Besuch der Europäischen Kommission gab es zunächst zwei einführende Vorträge zur Arbeitsweise des Juncker-Kabinetts sowie zur Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik, bevor die Studierenden mit einem Vertreter der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Agrarbereich für die EU diskutierten.

Im Sitzungssaal mit seinen Simultandolmetscher-Kabinen entwickelte sich eine spannende und teils kontroverse Diskussion. Wie gewährleistet die EU einerseits eine sichere Lebensmittelversorgung für rund 490 Mio. EU-Bürger und unterstützt etwa 14 Mio. landwirtschaftliche Betriebe in der Europäischen Union? Und wie können andererseits Nachhaltigkeit und ökologischer Ressourceneinsatz sichergestellt sowie ein fairer Umgang im Handel von Agrarerzeugnissen mit Staaten außerhalb der EU, insbesondere mit Afrika, gefunden werden? Neben Fragen zur Handelspolitik speziell im Agrarbereich wurden dann auch die Investitionen in Infrastruktur im ländlichen Raum innerhalb der Europäischen Union angesprochen.

Bei der durchschnittlichen Dauer eines Gesetzgebungsverfahrens auf europäischer Ebene von etwa fünf Jahren wurde zudem die Komplexität der EU-Politik mit mehreren Konsultations- und Aushandlungsphasen deutlich. Beim Besuch von Demeter, einer NGO aus dem Bereich der ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft, sowie der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union wurde die Rolle der Interessenorganisationen anschaulich beleuchtet.

Eine weitere Perspektive bekamen die Studierenden im Europäischen Parlament, wo neben der Besichtigung des Plenarsaals ein intensiver Austausch mit einer EU-Abgeordneten aus dem Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung auf dem Programm stand. Im Gespräch mit der Abgeordneten rückten insbesondere die – je nach ansässiger Region und Größe – des Betriebs unterschiedlich gelagerten Interessen der Bauern in den Fokus der Diskussion.

Nach den Gesprächen in den Institutionen blieb natürlich auch genügend Zeit zur Erkundung der Stadt, u.a. bei einer Stadtführung und einem gemeinsamen Restaurant-Besuch.

Studienreise Brüssel

Seit vielen Jahren organisiert die Hochschulgruppe Visionen für Europa im Sommersemester die Reise in die europäische Hauptstadt zu den EU-Institutionen. Dieses Jahr findet die Studienreise vom 03. – 05. Mai 2017 (Mittwoch bis Freitag) statt. Der Preis beläuft sich auf 115 € (Übernachtung inkl. Frühstück, Zugfahrt Münster-Brüssel/Brüssel-Münster).
Dieses Jahr werden wir uns inbesondere mit den Themen Nachhaltigkeit und Landwirtschaft beschäftigen. Wir treffen eine Europaabgeordnete zu einem gemeinsamen Gespräch, besichtigten die EU-Institutionen und besuchen eine NGO. Außerdem erkunden wir Brüssel als Stadt und möchten Euch einen Hauch belgischer Kultur vermitteln. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt. Die Anmeldung (Zusage nach Eingang der Mails) erfolgt per Mail an visionenfuereuropa@outlook.de

Bericht unserer Studienreise nach Riga 2016

Riga_2016_Homepage.jpgDie zweite Studienreise 2016 führte 26 Studierende aus Münster mit der Hochschulgruppe Visionen für Europa nach Riga. Vom 19. bis zum 23. April 2016 besuchten die Studierenden die lettische Hauptstadt und lernten Politik sowie Kultur des osteuropäischen Landes kennen.

Im Außenministerium Lettlands diskutierten sie bei einem Treffen mit Vertreter*innen, u.a. mit der Staatssekretärin für Europäische Beziehungen, Frau Inga Skujina, über die Europapolitik des Landes. Bei einem Besuch im Sekretariat von BEREC, der europäischen Agentur für die Regulierung elektronischer Kommunikation, konnten die Studierenden Einblicke in die Arbeitsweise einer Agentur der Europäischen Union und in das komplexe Themenfeld der elektronischen Kommunikation gewinnen. Im Rahmen des Besuches gab es nach einem Vortrag ebenfalls die Möglichkeit zur fachlichen Diskussion mit zwei der Bereichsleiter der EU-Behörde.

Von der zentral in der Altstadt gelegenen Unterkunft konnten verschiedene Museen besichtigt und die Stadt in kleineren Gruppen individuell erkundet werden. Auf dem Programm standen außerdem eine Führung durch die historische Altstadt sowie ein gemeinsames dreigängiges Abendessen. Einen Nachmittag fuhren zudem alle zusammen ans Meer und auch ein Freundschaftsspiel der Eishockey-Nationalmannschaften Lettlands und Deutschlands wurde besucht. Nach fünf Tagen Studienreise in Riga ging es mit vielen neuen Eindrücken und Einblicken wieder zurück nach Münster.

Zwischen EU-Viertel und Manneken Pis – die Brüsselreise von Visionen für Europa

Vom 6. bis 8. April 2016 besuchten 22 europainteressierte Studierende der WWU die EU-Hauptstadt Brüssel. Nachdem die Hochschulgruppe Visionen für Europa den Kinofilm „Democracy – Im Rausch der Daten“ gesehen hatte, setzte sie ihre jährliche Studienreise nach Brüssel unter das Motto Datenschutz. Ziel war es, ein aktuelles europäisches Thema hautnah zu erleben und mit verschiedenen beteiligten Akteuren ins persönliche Gespräch zu kommen.

Nur zwei Wochen nach den Terror-Anschlägen war die Atmosphäre in Brüssel überraschend normal, dennoch waren die Berichte aus erster Hand von Mitarbeitern der NRW-Landesvertretung sehr bewegend. In der Kommission erwartete die Gruppe einen Expertenvortrag zur neuen EU-Datenschutz-Verordnung, die auch beim Besuch des European Data Protection Supervisor und vom Mitarbeiter der NGO EDRi (European Digital Rights) thematisiert wurde. Interessant waren die unterschiedlichen Perspektiven auf die Verordnung und deren Bewertung.

Klar wurde allen Teilnehmern: „Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say“ (Edward Snowden). Ein besonderes Highlight war das Treffen und die Diskussion mit dem Europa-Abgeordneten Jan Philipp Albrecht, der sich – wie die Hochschulgruppe Visionen für Europa – aus voller Überzeugung für die europäische Sache einsetzt.

Wir danken allen Gesprächspartnern in Brüssel für die interessanten Einblicke und spannenden Gespräche und freuen uns bereits auf 2017, wenn es wieder nach Brüssel geht.

Anmeldung zu den Studienreisen nach Brüssel und Riga 2016

Studienreise nach Warschau

Was erwartet Euch?
Unsere Studienreise nach Brüssel wird vom 06. bis 08. April 2016 stattfinden und hat dieses Jahr das Thema „Datenschutz“ zum Schwerpunkt. Wir werden einen Europaabgeordneten in Brüssel treffen, der in den Verhandlungen der europäischen Datenschutzrichtlinie aktiv beteiligt war, und einen Internetkonzern bzw. eine Nichtregierungsorganisation aus diesem Bereich besuchen. Neben einer gemeinsamen Stadtführung werdet ihr auch Zeit für private Unternehmungen in der „Hauptstadt Europas“ haben, einige Tipps dazu haben wir natürlich für Euch. Der Preis wird voraussichtlich 120 Euro/Person betragen und beinhaltet Reisekosten und Unterbringung mit Frühstück.

Unsere zweite Studienreise führt uns dieses Jahr in die Hauptstadt Lettlands: Vom 19. bis 23. April 2016 werden wir Riga besuchen. Geplant ist ein Besuch bei der Vertretung der Europäischen Union des Landes sowie bei der dort ansässigen Europäischen Agentur zur Regulierung der elektronischen Kommunikation. Zudem erwartet Euch eine Stadtführung. Und: Riga ist nicht nur politisches, sondern auch kulturelles Zentrum des Landes und bietet neben dem offiziellen Programm auch vielfältige Möglichkeiten für private Unternehmungen – etwa in der schönen historischen Altstadt. Im Preis von voraussichtlich 150 Euro/Person sind die Reisekosten sowie die Unterbringung im Hostel inbegriffen; durch die Aufgabe von Reisegepäck im Flugzeug können ggf. weitere Kosten entstehen.

Die Teilnehmerzahl der Reisen ist auch in diesem Jahr begrenzt, eine pünktliche Anmeldung wird daher empfohlen (Anmeldebeginn war Di., 26.01.2016). Bitte beachtet, dass eine Anmeldung nur persönlich möglich ist. Wir benötigen von Euch bitte Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Nationalität, Personalausweisnummer und Adresse bei der Anmeldung, eine Mobilenummer ist in den meisten Fällen sehr hilfreich; Teilnehmer*innen müssen zum Zeitpunkt der Reise eingeschriebene Studierende an einer deutschen Universität oder Fachhochschule sein. Nach der verbindlichen Anmeldung per Mail an visionenfuereuropa@outlook.de bekommt ihr auch die Kontaktdaten für die Überweisung.

Wir freuen uns, Euch auf einer unserer Reisen zu sehen.

Reisebericht Warschau – 22.-26.04.2015

„Ein Eis in der bunten Altstadt und leckere Pierogi in einem traditionellen Restaurant. Eine Sprache, die schwierig zu lesen ist. Unweit der modernen Hochhäusern befindet sich der imposante Kulturpalast, das „wunderbare Geschenk“ von Stalin an die Polen. Warschau.

Das war das erste Mal, dass ich in Polen war und ehrlich gesagt wusste ich über das heutige Land nur sehr wenig. Den Kopf voller Vorurteile habe ich aber eine unglaubliche Stadt entdeckt! In vier Tagen sind wir sehr viel gelaufen und so konnte ich die verschiedenen Seiten Warschaus sehen: kommunistisch, mit den sowjetischen Gebäuden; die Stadt vom Zweiten Weltkrieg, die fast komplett zerbombt wurde und das jüdische Warschau; die Stadt der Könige mit den schönen Schlössern und Gärten…

Das europäische Warschau haben wir auch kennengelernt: mit Visionen für Europa waren wir bei Frontex und der Vertretung der Europäischen Kommission, wo wir herzlich willkommen geheißen wurden. Die Polen begeistern sich für Europa viel mehr als wir! Dank dieser Reise habe ich viel über die Geschichte gelernt, ein paar Wörter Polnisch gelernt und vor allem eine wunderschöne Zeit mit Freunden verbracht! Jetzt will ich unbedingt wieder dahin!

Danke Visionen für Europa!“

Der Beitrag wurde von einer Studentin verfasst, die an unserer Warschau-Reise teilgenommen hat.